Bündnis 90/Die Grünen
OV Rommerskirchen
41569 Rommerskirchen
Hermann-Spiess-Weg 33
Tel. 02183 - 450133
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Interview aus dem Kölner Stadtanzeiger vom 11. April 2009. Renate Künast zur großen Frage nach dem Sinn des Lebens oder nach dem, was ihr als Politikerin Kraft und Antrieb gibt.
Frau Künast, wie wichtig ist Ehrgeiz für Sie?
Renate Künast: Hm. Der Begriff ist mehrdeutig. Mir gefällt der englische Begriff 'tension' besser. Dieses Wort ist nicht deckungsgleich mit Ehrgeiz. Man kann es auch übersetzen mit Spannung, positiver Druck, Antriebskraft.
Und wie hat sich Ihr Potenzial an Ehrgeiz oder 'tension“ entwickelt?
Ohne diesen inneren Drang hätte ich mich jedenfalls als junge Frau nicht aufgelehnt gegen eine unehrliche Welt der Erwachsenen, die im Rückblick auf den Nationalsozialismus immer mit dieser Schutzbehauptung gearbeitet hat: 'Davon habe ich nichts gewusst.' Da ist bei mir eine innere Einstellung gewachsen: Ich will die Dinge nicht so hinnehmen wie sie sind. Die Welt ist veränderbar, verbesserbar.
Und was macht da den inneren Kompass aus?
'Sorgt doch, dass ihr die Welt verlassend nicht nur ihr gut wart, sondern verlasst eine gute Welt!' lässt Bert Brecht die heilige Johanna der Schlachthöfe sagen. Ich frage mich oft ganz konkret: Was ist die bessere Alternative?
Unter welchen Bedingungen entwickeln Sie besonders viel Ehrgeiz oder 'tension“?
Renate Künast: Immer, wenn es um Ungerechtigkeit geht. Ich habe als Sozialarbeiterin darum gekämpft, dass Drogenabhängige eine Therapie bekommen statt sie in den Knast zu stecken. Später habe ich mich gegen Atomkraft engagiert, weil ich die Pro-Argumente – sicher, billig, sauber – verlogen fand.
Da gibt es dann aber auch viele Enttäuschungen, die Sie zu verarbeiten haben...
Renate Künast: Natürlich gibt es auch Frust. Dann muss ich eine Nacht drüber schlafen. Und dann ist diese Motivation wieder da. Und ich weiß: Es muss anders werden. Wir können uns doch nicht wie Lämmer in die Ecke stellen.
Also aus kleinen Teil-Erfolgen neue Kraft beziehen...
Renate Künast: Ja. Es wäre vermessen, würde ich glauben, mit einem Hütten-Dorf im Wendland könnte ich von jetzt auf gleich den Ausstieg aus der Atomkraft erzwingen. Andererseits registriere ich viele kleine Veränderungen zum Besseren: Immer mehr Menschen wechseln den Stromanbieter und verzichten auf Atomstrom. Immer mehr Menschen kaufen ökologische Lebensmittel. Sie alle sind Teil einer großen Bewegung.
Jürgen Trittin:
"Um die Folgen des Klimawandels beherrschbar zu machen, dürfen die Temperaturen global nicht über 2 ° C gegenüber vorindustriellen Zeiten steigen. Dieses Problem lässt sich nur global lösen."
Reinhard Bütikofer:
"Auch ich bin der Meinung, und habe das in vielen Interviews deutlich gesagt, dass wir noch eine gewisse Zeit Energie aus Kohle brauchen werden. Diese Einsicht liegt auch dem Energiekonzept 2.0 der Bundestagsfraktion zugrunde. Es wäre in der Tat unrealistisch, wollten wir sozusagen einen gleichzeitigen Doppelausstieg aus Atom und Kohle versprechen. Das tun wir nicht." Quelle: Dokument
Joschka Fischer im Gespräch mit Manfred Kriener:
Fischer: Ich sehe die Probleme der Kohle und beschönige nichts, aber für den Übergang kommen wir nicht ohne sie aus. An dieser Frage werden auch Wahlen entschieden. Wir können uns nicht ins Abseits manövrieren und alles ablehnen, da werden wir schnell in die sektiererische Ecke gedrückt.
Mit dieser Position machen Sie sich keine Freunde in Ihrer Partei und in der Umweltbewegung.
Fischer: Die Sache zählt. Wenn man sich den gegenwärtigen Ausbau der Energieerzeugung in China und anderen Schwellenländern ansieht, dann findet dieser hauptsächlich auf Kohlebasis statt.Die negativen Folgen der Kohleverstromung müssen auf jeden Fall angegangen und gelöst werden.
Kohlekraftwerke sind Investitionen für Jahrzehnte, da werden gewaltige Klima-Emissionen langfristig zementiert.
Fischer: Das ist ein starkes Argument, ich weiß. Aber man hat nachträglich auch entstickt und entschwefelt. Warum nicht Kohlekraftwerke unter dem Vorbehalt genehmigen, dass sie nachgerüstet werden müssen, sobald die Technologie des CO2-Abscheidens oder Vergleichbares verfügbar ist?
Quelle:
http://www.zeozwei.de/allgemein/eine-nie-gesehene-revolution_12-09-2008_118